Tag 3 (17.6.02) - "2500 hm und keine Wege zu finden"


Dieser Tag wird hart !! Das wussten wir schon aus der Tourenbeschreibung: 2500 hm bei 30 Grad.

Wir verließen also rechtzeitig die Contrinhütte um das wunderschöne "Val de Contrin" Richtung Treffpunkt mit Roberto bei Canazei "down zu hillen".

In Canazei passierte das was zu jeder unserer Touren dazugehört wie "Bernie und sein Seidenschlafsack": alle schwärmten in Richtung verschiedener Geschäfte (Alimentari, Bikeshop, Apotheke) aus und wir verloren viel Zeit. Nachdem wir auch den richtigen Weg aus Canazei nicht gleich fanden wurde das Tempo bergauf auf dem steilen Schotterweg neben der Schipiste eher hoch gewählt.

Danach ging es auf Asphalt mit Beschriftung aus dem Giro d´Italia (Roberto war kurz vorm ab..sitzen) Richtung "Passo Pordoi".

Bernie am Bindelweg

RO mit Marmolada

In einer der nicht enden wollenden Kehren wechselten wir auf eine steile Schotterstraße die durch ein Schigebiet zum berühmten "Bindelweg" führte.

Die monumentale Marmolada im Blickfeld bewältigten wir den gut fahrbaren Trail ohne Probleme. Allerdings tat sich ein anderes auf: sowohl Wasser als auch Essensvorräte gingen langasahm zur Neige und alle auf dem Weg liegenden Hütten waren noch geschlossen.

Wir kämpften uns trotzdem über die "Portavescovo" und jetzt begannen unsere Probleme erst richtig: von den paar zusätzlichen Höhenmetern durch die, im Downhillrausch versäumte Abzweigung, mal abgesehen stand uns eine Expedition bevor. Eine in der Karte eingezeichnete aber eindeutig nicht vorhandene, Forstsstraße (sogar als Bikepiste bezeichnet) bescherte uns eine mühevolle Tragepassage über einen verwilderten Steig bis wir, eher durch Zufall, eine Art Schotterstraße fanden und sicher zu Tal bikten. Die Moral der Mannschaft war, aufgrund des enormen Hungers, allerdings ziemlich angeschlagen - aber die Rettung nahte !!

Im Tal fanden wir bei "Grepaz" eine alte Sperrfestung aus dem Dolomitenkrieg die zum "Ristaurante" umgebaut worden war und stillten gierig unseren Hunger - es war bereits 16.30 Uhr

Daher beschlossen Roberto und Klemens auf der Straße zu unserem heutigen Nachtquartier am "Valparolapass" zu fahren während die anderen 4 die noch ausständigen 1200 hm meistern wollten.

Am, im ersten Weltkrieg heiß umkämpften, "Col di Lana" vorbei schoben wir uns in der immer noch intensiven Nachmittagssonne Richtung "Pralongia"-Pass hinauf.

Dort begann wieder das Suchen: laut Tourenbeschreibung sollten wir einen, in der Karte nicht eingezeichneten, Weg über die dortige Alm abfahren. Das taten wir auch und landeten prompt 2 Hügeln zu weit links. Das bedeutete: Durchquerung eines Hochlandmoores und besteigen zweier Bergflanken - ziemlich schmutzige und mühevolle Angelegenheit. An dieser Stelle sei angemerkt, dass wir ohne die Karteninterpretationskünste von Wolfi P. warscheinlich in St. Kassian gelandet wären und dann noch mal 500 hm mehr zu bewältigen gehabt hätten.

Wir fanden nach ca.1 Stunde herumsuchen (es war bereit 20.00 Uhr) doch noch die rettende Forststraße und ließen uns Richtung "Valparolapassstraße" hinunter. Weiter ging es durch den "Störeswald" (wieder bergauf) zur Eisenofenalm und danach über einen steinigen Trail endlich zur Passstraße.

Unendlich erscheinende Kehren (wir hatten wieder mal kein Wasser mehr und Bernie glaubt heute noch nicht, dass es nur 300 hm waren) später begrüßten uns Klemens und Roberto vor der Valparolahütte (FOTO) mit einem vollen Bierglas - das war das beste Seidl meines Lebens.

Die Hütte war toll und das Abendessen grandios - hier sei vor allem der Apfelstrudel erwähnt, der uns auch noch am nächsten Tag begleitet.

 

 

 

Suchen im Sumpf

 

Historisches

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