Henry bei der Arbeit

von Henry "Betriebsausflug" Soukup

(former known as "Mc Gyver")

 

Henry nach der Arbeit

Anmerkung des Webmasters:

Henry, der immer fixer Bestandteil unserer Tourenmannschaft ist, hat diesmal kurzfristig wegen plötzlicher Arbeitswut, überraschend abgesagt.

Böse Zungen behaupten Henry hätte seinen Betriebsausflug verlängert und konnte deshalb nicht teilnehmen - das glauben wir natürlich nicht und hoffen, dass er bei unserer nächsten Tour wieder unser Team verstärkt !!

 

Eine Tour „einmal anders“!

 

Zwei Jahre Pause zwischen Bergrad-Alpentouren gehen nicht spurlos an einem vorüber! 

Aber nein, wieso kommt Ihnen sofort der Gedanke, daß Sie auch schon über 25 sind?

Sie sind ja schon ganz verunsichert! Von den vielen „ganz persönlichen Psycho- und Leistungstests“ in den ultimativen Lifestyle-Magazinen! Ständig unter dem Druck von benchmarking, ranking und performance indicators!

Gut, Ihre Konturen sind wieder ein bißchen runder geworden (nein, ich meine seelisch und charakterlich!), aber durchaus harmonisch. Die kleinen Narben von den Rückschlägen machen Sie einen Hauch weiser und dadurch interessanter, die Kanneluren der Erfolgserlebnisse noch attraktiver und begehrenswerter!

Fleißig trainiert haben Sie natürlich auch. Und zwar nach den  neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen aus Amerika, die Ihnen – noch bevor sie die Auswertegeräte der Forschungsstätten verlassen haben –  via Datenhighway in Ihr ausgependeltes Loft übermittelt wurden.

Sie spüren, so aus dem Bauch heraus, daß Sie der körperlichen Balance schon ganz ganz nahe sind, seit Sie Ihre hohe Eßkultur durch Nuckeln von functional food direkt aus dem - durch Logistik und Lagerung backstage des Supermarktes schwer gezeichneten - Plastikbecher zum Ausdruck bringen.

Dank der Tour-Pläne, Beschreibungen, Zeitungsausschnitte, Gedanken und auch historical links, mit denen Sie Ihr Tour-Master Mind in der Vorbereitungszeit beschenkt hat (elektronisch mit vielen vielen Hintergrund-Mbyte, als auch materiell), aber auch durch Ihre eigene Beschäftigung mit einer ausgetüftelten, ganz individuellen potentiellen Anreisestrategie, ist es Ihnen schon im Vorfeld gelungen, sich mit der Aura und den Eigenschwingungen einer solchen Tour zu synchronisieren und beinahe eine Verschmelzung zu empfinden.

 

Doch ebenso wichtig: Sie haben aufgerüstet!

Kommunikations- und managementtechnisch!

Dank der Verfügbarkeit von Gigahertzprozessoren, PDA, mobile office und VielehundertmegabyteRAMs hatten Sie beschlossen, sich diesmal der Dolomitentour mit Ihren Bergrad-Freunden in Form der Virtual Reality zu ergeben. Und sie (umgekehrt zum letzten Mal) zeitoptimiert in die Bearbeitung Ihrer Projekte parallel und seriell zu integrieren.

Noch dazu ist als Endprodukt sowieso die elektronische Ausformung in Gestalt einer homepage vorgesehen.

Für den Fall, dass Reparaturen notwendig werden sollten, bieten Sie noch kurz vor der Abreise großzügig Ihre Unterstützung per Fernkurs an.

Einen „Anruf in Abwesenheit“ auf Ihrem Handy-display am Abend des ersten Tourtages interpretieren Sie glasklar als versuchte Kontaktaufnahme Ihrer Freunde zwecks Impressions-update. Ganz allein der Umstand, daß die Nummer nicht mitgesendet wurde (natürlich kann es daher nur ein Auslandsanruf gewesen sein), veranlaßt Sie zu dieser logischen Argumentationskette.

 

Aber langsam kommen Ihnen erste Zweifel!

Beim Betrachten von Panoramabildern sonniger Bergflanken im Wetterbericht vermissen Sie doch irgendwie die Rückmeldung der Haut über wohliges Gewärmtwerden.

Ihrer Erfahrung nach müßten spätestens nach etwa drei bis vier Tagen Satteldruckstellen Ihre Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen und Sie bemerken, daß Sie sich auffällig häufig in Ihrem Bürosessel umsetzen.

In Ihrer Eitelkeit schenken Sie plötzlich den oftmaligen Schmeicheleien Ihrer Freunde Glauben, daß selbst eine einstündige Ausfahrt ohne Ihre Unterstützung als McGywer ein erhebliches Risiko darstelle. Sie beginnen, sich ein bißchen väterliche Sorgen zu machen.

Sie greifen ziemlich rasch nach der Rückkehr jener, die die Real Reality gewählt haben, zum Telefonhörer und lechzen nach ersten Erlebnisberichten.

Bei der Nachbesprechung lauschen Sie andächtig den Erzählungen über Heldentaten bei hochalpinen Tragestrecken und abenteuerlichen Downhills (was andere halt so drunter verstehen). Überzeugung über die Existenz von Seelenwanderung verschaffen Ihnen die überschwenglichen Erinnerungen der in glatzköpfigen Bikern re-inkarnierten Kaiserjäger!

Diese Trübe beim Betrachten der Fotos erkennen Sie erst im zweiten Anlauf als wehmutbedingte Feuchte in Ihren eigenen Augen. Die Schuld schieben Sie aber verdrängend auf den Senf neben der Weißwurst, die ein armer Fehlgeleiteter neben Ihnen um 23.oo Uhr abends verzehrt! 

Spätestens jetzt wird Ihnen klar: Sie haben was versäumt! Und es fehlt Ihnen!

Dankend ergreifen Sie die Gelegenheit zur seelischen Verarbeitung, als Sie der Chefredakteur auch diesmal um Verfassung eine Vorwortes bittet.

 

Und Sie sind fest entschlossen:

Beim nächsten Mal sind Sie sicher wieder real dabei!!!